WOZZECK

WOZZECK
BADISCHES STAATSTHEATER
KARLSRUHE
Dauer 1 Stunde 45 Minuten
Regie Maxim Didenko
Premiere 25. März 2023 – zuletzt gespielt im Juli 2023
KÜNSTLERISCHES TEAM
Musik und Libretto Alban Berg nach Georg Büchner
Musikalische Leitung Justin Brown
Musikalische Leitung (Folgevorstellungen) Dominic Limburg
Bühne und Kostüme Maria Tregubova
Video Ilya Starilov
Licht Christoph Pöschko
Choreografie Alexander Fend, Sofia Pintzou
Chorleitung Ulrich Wagner
Dramaturgie Boris Kehrmann, Florian Köfler
BESETZUNG
Wozzeck Birger Radde / Jaco Venter
Marie Helena Juntunen
Tambourmajor Thomas Paul
Andres Eleazar Rodríguez / Nutthaporn Thammathi
Hauptmann Matthias Wohlbrecht / Klaus Schneider
Doktor Vazgen Gazaryan
Erster Handwerksbursch Nathanaël Tavernier
Zweiter Handwerksbursch Merlin Wagner
Der Narr Einar Dagur Jónsson
Margret Jasmin Etminan
Mariens Knabe Cantus Juvenum Karlsruhe
Ein Soldat Samuel Kim / César del Río Fuentes
Schauspielerin Sandra Maria Germann
Tanz Thomas Bauer, Rosella Canciello, Camilla Fiumara, Nikos Fragkou, Manuel Gaubatz, Enora Gemin, Jacqueline Kreil, Raquel Lefebvre Lanziner, Shinnosuke Nagata, Andrew Pan
Ausgebeutet und an den Rand gedrängt, schuftet der arme Soldat Wozzeck, um seine Freundin Marie und das gemeinsame uneheliche Kind zu ernähren. Vom Doktor für menschenverachtende Experimente missbraucht, vom Hauptmann von oben herab belehrt, gleitet er allmählich in den Wahnsinn. Marie sucht Trost in der Bibel und flüchtet in die Arme des schmucken Tambourmajors, um dem erdrückenden Elend wenigstens kurz zu entkommen. Bevor er eine furchtbare Tat begeht, sinniert der seelisch zerrüttete Wozzeck: „Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.“
Georg Büchners Sozialdrama blickt auf das Leben im Prekariat. Mit seiner Vertonung schuf Alban Berg einen Meilenstein der Musikgeschichte, der das Publikum seit rund 100 Jahren in seinen Bann zieht; seine revolutionäre Tonsprache machte ihn zu einem der bedeutendsten Opernkomponisten seiner Generation. Verdichtet auf dreimal fünf Szenen, erweist sich „Wozzeck“ als packendes, hochaktuelles Werk über soziale Missstände, das die schnellen Schnitte des modernen Films vorwegnimmt und einen unglaublichen Sog entwickelt, der unausweichlich in die Katastrophe führt.
Regisseur Maxim Didenko studierte an der Staatlichen Akademie für Theaterkunst in Sankt Petersburg und arbeitete als Schauspieler, bevor er ab 2010 in Sankt Petersburg, Moskau, Omsk, Nowosibirsk, London und Prag inszenierte; 2019 brachte er Bölls „Ansichten eines Clowns“ am Nationaltheater Mannheim heraus. Gemeinsam mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Maria Tregubova gibt er mit dieser Produktion sein Operndebüt und macht das Innenleben der Titelfigur in einer bildgewaltigen Inszenierung erfahrbar.

















PRESSE
IOCO — Wozzeck, Badisches Staatstheater (2023)
Titel Kulturmagazin — Wozzeck (2023)
BNN — Kurz und schmerzvoll: Karlsruher „Wozzeck“ ist poetisch und spannend (2023)
Pamina Magazin, Christine Gehringer — Der Zuschauer als Mit-Schöpfer (2023)
Deutsche Welle — Максим Диденко: «Мы все здесь оказались с голым задом на ветру» (2023)